band 79: minarette & möwen – istanbul/şile juni 2009

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kapitel 1: reise

nach den buchungswirrnissen war die fahrt mit dem flughafentaxi eh recht normal. etwas knapper als sonst in MUC aber noch früh genug.

flug beim boarden wie beim landen leicht verspätet. aber das rindsgulasch war eigentlich ganz gut. etwas bizarr die schweinefieberangst mit gesundheitsformularen im flieger & leuten mit atemmasken am terminal.

eintrittskarte für die türkei gekauft (a.k.a. visum).

passkontrolle gepäck ausgang – & dann das warten auf das bestellte taxi. um den flughafen von der straße her wieder betreten zu können muss mensch einen sicherheitscheck durchschreiten.

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kapitel 2: eindrücke von istanbul

fahrt in die stadt zum hotel: viel hupen friedliche szenen am meer viel verkehrspolizei die ampeln über-regelt … erster eindruck in der "innenstadt": istanbul wirkt wie eine südeuropäische stadt; modern neue autos arme & schicke menschen bausünden baustellen & neu gebautes …

erste wanderung: um hippodrom sultan-ahmet-moschee hagia sophia richtung topkapı & dann zum goldenen horn runter. warm sonnig ein freundlicher wind schöne gebäude erträgliche straßenhändler viel leben aber gemütlich eine bunte mischung an leuten …

von der neuen moschee ruft der muezzin in der abenddämmerung laut & beeindruckend die minarette & möwen zeichnen sich gegen den himmel ab.

leckeres abendessen danach durch das fast finstere & völlig menschenleere aber müllvolle marktviertel wieder zurück.

so viel zu besichtigen. leute von überall in moscheen & museen römische christliche moslemische elemente mischen sich: in der hagia sophia hängen maria neben den namen der propheten & kalifen.

ob arabische sprüche imposanter sind weil sie mangels sprachkenntnise nur dekorativ wirken (im gegensatz zu "franz josef ist ein super kaiser & alle haben ihn ur-lieb")?

ampeln mit animiertem grün-symbol.

preise von billig bis wie-bei-uns.

deutsch können einige leute bis hin zum bayrischen akzent.

die lokale beschäftigen hoch-effiziente keiler. bis auf das detail dass die nachfolgenden nicht erkennen wer nicht mehr hungrig ist.

basare: belebt aber kaum stressig; voll aber nicht drückend; vielfältig aber nicht wirr. neben skurrilitäten wie läden voll fernbedienungen beeindrucken gewürze süßigkeiten etc.

echtes döner kebap vom lamm ist was anders …

frauen & -bekleidung in istanbul: eine große spannweite von verschleiert (selten) über kopftuch mit mantel oder mit t-shirt/jean (einige) bis "westlich" (die meisten).

galata/beyoğlu: modern jung fußgängerzone voll …

lamm & wasserpfeife mit blick aufs goldene horn. die türkische live-hitparaden-musik macht eine kurze pause für den abendmuezzin der synchron von allen minaretten ruft.

eyüp. viert-heiligste stätte des islam. anreise mit straßenbahn & linienschiff. ein ziemlicher auflauf am sonntag aber eigentlich recht relaxed. im vorhof der moschee sind zusätzliche open-air-gebetsteppiche ausgelegt.

die grabsteine sind schmal zierlich & bescheiden.

auf einer grünfläche picknicken familien.

brot-mit-fisch. lecker mit schreienden verkäufern.

galata am abend. turm mit zuviel leuten aber schöner aussicht. ruhiger çay unterhalb ums eck. ausgehviertel oberhalb.

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kapitel 3: kontinentwechsel

mit der modernen straßenbahn 3 stationen (sultanahmet – eminönü) zum stadthafen. fähre nach üsdükar gefunden. – in asien kurz herumirren auf der suche nach der bushaltestelle. ein fahrender (!) bus lässt uns aufspringen & bringt uns hin. ticket office sesamkringel & los geht’s.

nicht einmal 2 stunden fahrt nach şile & schon sind wir in unserem beschaulichen motel beim meer.

meer. leicht salzig. wind. flacher sandstrand. einheimische gäste & baywatcher & büfe-betreiber.

die baywatcher sperren das meer um 18:30 zu. mit persönlicher info für die einzigen ausländischen gäste. der juniorkellner in der strandbar will englisch üben.

badebekleidung: von bikini (häufig) bis blaufrau (selten).

şile "city": kebap-läden strandbedarf bankomaten schuhgeschäfte bademode kuaförü berber. 3 moscheen im zentrum. leckere pide. nummernabreisssystem in der post (mit fast-tracking für touris).

vom flughafen bis hier: hoher frauenanteil bei wach-/sicherheits-/ordnungs-/polizeidiensten.

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kapitel 4: etappen einer rückreise

  • frühstück packen.
  • mit dem taxi nach şile rein. letztes kebap in asien.
  • mit dem 139er nach istanbul. ca. 65 kilometer; bei X-35 beginnt die stadt. ankunft in harem kurz zu fuß zum hafen in üsküdar. helmpflicht scheint es nicht zu geben dafür ein hupgebot.
  • die fähre nach europa (eminönü) fährt 15 minuten später.
  • ums eck zur straßenbahn & mit der 38er quer durch die stadt bis zur endstation.
  • mit der metro noch ein paar stationen & wir sind am flughafen. security check beim eingang; danach alles wie gewohnt außer: kein rauchplatzerl & interessante preise in den lokalen.
  • zweiter security check vor dem langsamen boarding.
  • flug mit gutem essen ("turkish do") & kurzem umweg über ungarn zur umgehung eines gewitters.
  • MUC: polizei im gang hinterm flieger langer weg zum gepäck schnelle passkontrolle warten aufs flughafentaxi.
  • flughafentaxi in innsbruck: der fahrer lässt sich von den passagierInnen herumführen.

daheim nach 14 stunden.

reiselektüre (in der reihenfolge der empfehlung):

  • michel houellebecq: die möglichkeit einer insel
  • maria sveland: bitterfotze
  • william s. burroughs: junkie
  • neal stephenson: in the beginning … was the command line
  • alberto moravia: no noia

photos von david & georg


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